§ 62 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 510 schreiben vor, dass ein ausreichend großer Auffangraum bei der Lagerung wassergefährdender Substanzen wie Ölen und Lacken sowie bei Chemikalien vorhanden sein muss. Der Auffangbereich dient dazu, auslaufende Flüssigkeiten im Leckagefall aufzufangen und ein Eindringen in die Umwelt zu vermeiden.
Eine marktübliche Lösung für die gesetzlichen Anforderungen sind Gefahrstoffwannen, die als technisches Mittel zum Auffangen der Flüssigkeiten dienen. Als führender Hersteller einer umfangreichen Auswahl an Auffangwannen bietet MEILLER für nahezu jede spezifische Anforderung die passende Auffangwanne. Auch Sonderanfertigungen von Auffangwannen sind bei uns möglich. Im folgenden Ratgeber erklären wir Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl einer Auffangwanne für Ihre Bedürfnisse achten müssen.
Die zentrale Frage: Welcher Gefahrstoff soll auf der Auffangwanne gelagert werden?
Die Auswahl einer Auffangwanne beginnt mit dem Wannenwerkstoff. Nur eine passend gewählte Auffangwanne, abgestimmt auf das zu lagernde Medium, garantiert Beständigkeit. Für die Lagerung wassergefährdender und entzündbarer Stoffe (beispielsweise Lacke oder Öle) sind Auffangwannen aus Stahl ideal. Hier haben Sie die Wahl zwischen verzinkten und lackierten Auffangwannen. Für aggressive Chemikalien wie Säuren und Laugen nutzt man Auffangwannen aus Edelstahl oder aus Kunststoff.

Auffangwannen aus Stahl
werden genutzt bei entzündlichen und wassergefährdenden Stoffen.

Auffangwannen aus Edelstahl
werden genutzt bei besonders aggressiven, entzündlichen und wassergefährdenden Stoffen.

Auffangwannen aus Kunststoff
werden genutzt bei wassergefährdenden und aggressiven Stoffen.
Geniale Hilfe: Unsere Medienbeständigkeitsliste 2026 für Auffangwannen
Für die Auswahl des geeigneten Materials einer Auffangwanne empfehlen wir, sich an den Informationen in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der jeweiligen Substanzen zu orientieren. Dort finden Sie wichtige Angaben über die korrekte Lagerung und den Transport der Gefahrstoffe. Zusätzlich finden Sie in unserer Medienbeständigkeitsliste wertvolle Tipps über die geeigneten Materialien der Auffangwannen für verschiedene Lagerstoffe.
Für viele chemische Gefahrstoffe eignen sich Auffangwannen aus Stahl. Bei der Lagerung ätzender Substanzen wie Säuren und Laugen empfiehlt sich der Einsatz von Auffangwannen aus Kunststoff (PE oder HDPE). Auffangwannen aus Edelstahl bieten einen besonders hohen Schutz gegenüber aggressiven Chemikalien. Sollten aus den Beständigkeitslisten keine spezifischen Empfehlungen hervorgehen, kann das Material der Auffangwanne entsprehcend dem Werkstoff des Lagergebindes gewählt werden.
Sie können über die „Suchen“-Funktion die Medienbeständigkeitsliste nach einem bestimmten Gefahrstoff durchsuchen.
| Lagermedium | Konzentration | Stahl | V2A | PE |
|---|---|---|---|---|
| Acetaldehyd | ≤ 40 % | ✓ | ||
| Acetaldehyd | technisch rein | ✓ | ||
| Aceton | ✓ | ✓ | ||
| Ameisensäure | ✓ | ✓ * | ||
| Ammoniakwasser | ✓ | ✓ | ||
| Ammoniumhydroxid | ≤ 38 % | ✓ | ✓ | |
| Batteriesäure | ≤ 78 % | |||
| Benzin | ✓ | ✓ | ||
| Benzoesäure | ✓ | ✓ * | ||
| Benzol | ✓ | ✓ | ||
| Blausäure | ✓ | ✓ | ||
| Borsäure | ≤ 10 % | ✓ | ✓ * | |
| Bremsflüssigkeit | ✓ | ✓ | ✓ * | |
| Butanol | technisch rein | ✓ | ✓ | |
| Buttersäure | ✓ | |||
| Calciumacetat | wässrig | ✓ | ✓ | |
| Calciumchlorat, wässrige Lösung | ≤ 65 % | ✓ | ✓ | |
| Calciumhydroxid | ✓ | ✓ | ✓ | |
| Calciumhypochlorit | gesättigt | ✓ | ||
| Chlorbenzol | ✓ | ✓ | ||
| Chloressigsäure | ≤ 50 % | ✓ * | ||
| Chlorierte Kohlenwasserstoffe | ✓ | ✓ | ||
| Chlorsäure | ≤ 20 % | ✓ * | ||
| Chromsäure | ≤ 20 % | ✓ * | ✓ * | |
| Dichlorethylen | technisch rein | ✓ | ||
| Dieselkraftstoff | ✓ | ✓ | ✓ | |
| Eisen-(II)-sulfat | gesättigt | ✓ | ✓ | |
| Eisen-(III)-chlorid | gesättigt | ✓ | ||
| Eisen-(III)-sulfat | gesättigt | ✓ | ✓ | |
| Erdöl | ✓ | ✓ | ||
| Essigsäure | ✓ | ✓ * | ||
| Essigsäureethylester | ✓ | ✓ | ||
| Ethanol | ✓ | ✓ | ||
| Ether | ✓ | ✓ | ||
| Ethylenchlorid | ✓ | |||
| Ethylenglykol | ✓ | ✓ | ||
| Flugturbinenkraftstoff | ✓ | ✓ | ||
| Getriebeöl | ✓ | ✓ | ✓ * | |
| Glycerin | ✓ | ✓ | ✓ * | |
| Glycolsäure | ≤ 70 % | ✓ | ✓ * | |
| Harnsäure | ✓ | ✓ * | ||
| Harnstoff | ✓ | ✓ | ||
| Heizöl | ✓ | ✓ | ✓ | |
| Hydrazin | ≤ 10 % | ✓ | ✓ * | |
| Hydrazinhydrat | wässrig | ✓ | ✓ | |
| Isobutanol | ✓ | ✓ | ||
| Isobutylacetat | ✓ | ✓ | ||
| Isobutylchlorid | ✓ | |||
| Isobutylether | ✓ | ✓ | ||
| Isohexan | ✓ | ✓ | ||
| Isopentan | ✓ | ✓ | ||
| Isopropylalkohol (Isopropanol) | ✓ | ✓ | ||
| Kaliumcharbonat | ✓ | ✓ | ||
| Kaliumchlorat | ✓ | |||
| Kaliumchlorid | wässrig | ✓ | ✓ | |
| Kaliumchlorid | ≤ GL | ✓ | ||
| Kaliumhydroxid | 50 % | ✓ | ✓ | ✓ * |
| Kaliumnitrat | 50 % | ✓ | ✓ | |
| Kaliumnitrat | ≤ GL | ✓ | ||
| Kaliumphosphat | ≤ GL | ✓ | ||
| Kaliumsulfat | ≤ GL | ✓ | ||
| Kerosin | ✓ | ✓ | ||
| Kieselsäure | ✓ | ✓ * | ||
| Klebstoffe | ✓ | ✓ | ||
| Kraftstoff | ✓ | ✓ | ||
| Kühlerfrostschutzmittel (KFZ) | ✓ | ✓ * | ||
| Magnesiumcarbonat | gesättigt | ✓ | ✓ * | |
| Magnesiumchlorid | wässrig | ✓ | ✓ | |
| Magnesiumnitrat | gesättigt | ✓ | ✓ * | |
| Magnesiumsulfat | ✓ | ✓ | ||
| Methanol | ✓ | ✓ | ||
| Menthol | fest | ✓ | ||
| Methylacetet | ✓ | ✓ | ||
| Methylacrylat | ✓ | |||
| Methylenchlorid = Dichlormethan** | ✓ | |||
| Motoröl, aromatenfrei | ✓ | ✓ | ✓ * | |
| Natriumacetat | ✓ | ✓ | ||
| Natriumbisulfat | ✓ * | |||
| Natriumbisulfit | wässrig | ✓ | ✓ * | |
| Natriumcarbonat | ✓ | ✓ | ||
| Natriumchlorid | ✓ | ✓ | ||
| Natriumhydrogensulfat | ≤ GL | ✓ | ||
| Natriumhydrogensulfit | ≤ GL | ✓ | ||
| Natriumhydroxid | ✓ | ✓ | ✓ | |
| Natriumsulfat | ✓ | |||
| Natriumsulfid | ≤ GL | ✓ | ||
| Natronbleichlauge | ✓ | |||
| Nickelchlorid | ≤ GL | ✓ | ||
| Nitrobenzol | ✓ | ✓ | ||
| Nitroverdünnung | ✓ | ✓ | ||
| Öl | ✓ | ✓ | ✓ * | |
| Ölsäure | technisch rein | ✓ | ✓ | |
| Phenol | 100 % | ✓ | ✓ | |
| Phosphorsäure | ≤ 80 % | ✓ * | ✓ * | |
| Phosphorsäure | ≤ 95 % | ✓ * | ||
| Propanol | ✓ | ✓ | ||
| Raps-Methylester (Bio-Diesel) | ✓ | |||
| Salicylsäure | gesättigt | ✓ | ✓ * | |
| Salpetersäure | ≤ 10 % | ✓ | ✓ * | |
| Salzsäure | > 37 % | ✓ * | ✓ * | |
| Schwefelsäure | ≤ 80 % | ✓ | ✓ * | |
| Schwefelsäure | 95 % | ✓ | ||
| Schweflige Säure | gesättigt | ✓ | ✓ * | |
| Terpentinöl | ✓ | ✓ | ||
| Testbenzin | ✓ | ✓ | ||
| Toluol | ✓ | |||
| Wasserstoffperoxid | ≤ 90 % | ✓ | ✓ * | |
| Xylol | ✓ | ✓ | ||
| Zitronensäure | ✓ * | ✓ * |
* nur bedingt geeignet
** nur im kalten Zustand beständig
GL = Gesättigte Lösung
Auffangwannen aus verzinktem Stahl sind nicht geeignet für: (an)organische Säuren, Natronlauge, Kalilauge, Alkalihydroxide, Chlorkohlenwasserstoff, Amine, Nitroverbindungen, Säurechloride, andere Chloride, Phenol, wässrige alkalische Lösungen und Nitrile.
Hier ⇒ finden Sie die Medienbeständigkeitsliste als PDF zum Ausdrucken oder Abspeichern.
Wie groß muss das Auffangvolumen der Auffangwanne sein?
Es gilt: Das Volumen einer Auffangwanne muss mindestens 10% der gelagerten Menge sowie mindestens den Inhalt des größten gelagerten Gebindes betragen. . In Wasserschutzgebieten, sofern dort das Lagern wassergefährdender Stoffe erlaubt ist, ist es erforderlich, dass die Auffangwanne das gesamte Lagerungsvolumen, also 100%, auffangen kann. Bei einer Lagermenge von über 100 Kubikmetern kommen besondere Vorschriften zum Tragen (siehe dazu die AwSV).
Unabhängig davon, ob Sie kleinere Behälter, 60 l oder 200 l Fässer, 1.000 l Container oder eine Kombination unterschiedlicher Behältertypen lagern möchten, wir bieten Ihnen hochwertige Auffangwannen in jeder erforderlichen Größe.
Rechenbeispiele zur Bestimmung des Auffangvolumens
Beispiel 1: 4 Fässer mit jeweils 200 l Inhalt
- Berechnung: 10% des Gesamtvolumens = 80 l, aber der größte Behälter hat ein Volumen von 200 l
- Benötigte Größe: Das Volumen der Auffangwanne muss mindestens 200 l betragen.
Beispiel 2: Ein Fass mit 60 l und ein Fass mit 100 l Inhalt
- Berechnung: 10% des Gesamtvolumens = 16 l, aber der größte Behälter hat ein Volumen von 100 l
- Benötigte Größe: Das Volumen der Auffangwanne muss mindestens 100 l betragen.
Beispiel 3: 6 Fässer à 60 l in einem Wasserschutzgebiet
- Berechnung: 100% des Gesamtvolumens = 360 l
- Benötigte Größe: Das Volumen der Auffangwanne muss mindestens 360 l betragen.
Benötigen Sie besondere Funktionen bei Ihrer Auffangwanne?
Bei der Auswahl von Auffangwannen sollte man den spezifischen Einsatzzweck berücksichtigen. Außerdem muss eine Auffangwanne oft verschiedenen Bedingungen und Herausforderungen standhalten. Beispielsweise sind Auffangwannen, die hauptsächlich für die Lagerung genutzt werden, oft unterfahrbar gestaltet, was den Transport auf dem Betriebsgelände mittels Gabelstapler vereinfacht.
Falls die Auffangwanne regelmäßig bewegt werden muss, bieten sich hierfür fahrbare Auffangwannen an. Ein effizientes Abfüllen von Gefahrstoffen ist mit einer Abfüllstation möglich, das ist meist eine Auffangwanne mit integriertem Fassbock oder Abfüllbereich. Flächenschutz-Elemente sind hervorragend geeignet, um größere Flächen vor dem Eindringen gefährlicher Flüssigkeiten in das Grundwasser zu schützen. Diese Flächenschutzelemente lassen sich mit verschiedenen Zubehörteilen, von Randbefestigungen bis Auffahrrampen, perfekt anpassen und erweitern, um komplette Räume sicher auszustatten.
Auch können Regale zur Lagerung von Fässern oder IBCs genutzt werden – um hier gesetzeskonform und sicher zu lagern, gibt es bei MEILLER verschiedene Regalbodenwannen oder Regalwannen zum Einhängen.
- Auffangwannen aus Stahl
- Auffangwannen aus Edelstahl
- Auffangwannen aus Kunststoff
- Kleingebindewannen aus Stahl
- Kleingebindewannen aus Edelstahl
- Kleingebindewannen aus Kunststoff
- Regalbodenwannen für Gefahrstoffregale
- Regalwannen zum Einhängen für Gefahrstoffregale
- Flächenschutz-Elemente aus Stahl
- Flächenschutz-Elemente aus Kunststoff
- Abfüllstationen
- Fahrbare Auffangwannen